1. Februar 2023 | Monatsimpuls

Freude im Februar? 02/23

1. Februar 2023

Der Februar ist ein typischer Wintermonat erzählte mir neulich eine Person. Trist, trüb und wenig los. Da kommt bei manchen kaum Freude auf. Und das Wort aus dem Philipperbrief, Kapitel 4, Vers 4-7 wirkt fast unrealistisch: „Freut euch im Herrn allzeit. Ich betone es noch einmal: Freut euch! Lasst alle sehen, dass ihr herzlich und freundlich seid. Denkt daran, dass der Herr bald kommt. Sorgt euch um nichts, sondern betet um alles. Sagt Gott, was ihr braucht, und dankt ihm. Ihr werdet Gottes Frieden erfahren, der größer ist, als unser menschlicher Verstand es je begreifen kann.“

Paulus war auf seiner zweiten Missionsreise nach Philippi gekommen und schon damals gab es Ärger. Paulus wurde mit Silas ins Gefängnis geworfen. Eine spannende Geschichte. Wie sie freikamen ist in Apostelgeschichte 16,23-33 zu lesen. Etwa zehn Jahre später erst schreibt Paulus diesen Brief an die Philipper. Er ist wieder im Gefängnis und schickt den Philipperbrief. Paulus fordert die Gemeinde auf den guten Kampf zu kämpfen und ermutigt sie immer Vorbild in der Welt zu sein und auch in dieser Gnade Christi zu leben. Und dann im vierten Kapitel sagt er: Freut euch! Allezeit?  Wie konnte Paulus, der im Gefängnis saß überhaupt so schreiben? Freuen wir uns im Herrn jeden Tag? Ich denke, in einer Extremsituation ist dies manchmal wirklich einfacher als jeden Tag im Alltag mit all den Kleinigkeiten, die uns zermürben möchten. Aber Paulus ermahnt die Gemeinde: Freutet euch! Allezeit!  Aber was ist die Freude?

Der Galaterbrief sagt uns, dass Freude ein Teil der Frucht des Heiligen Geistes ist, dementsprechend ein Geschenk Gottes. Sein Brief aus dem Gefängnis an die jungen Christen in Philippi endet mit dem Aufruf zur Freude, unabhängig von äußeren Umständen.

Gott ist beständig und unveränderlich und darüber darf ich mich freuen. Ich kann mich an der Gnade Gottes und an seiner Liebe freuen. Und so darf ich lernen auch in der Mitte von Finsternis und Krankheit mich zu freuen. Bedeutet dies, dass ich immer mit einem Lächeln rumlaufe oder innerlich immer juble. Nein, es gibt Momente der Verzweiflung, es gibt Momente an den Gott weit weg zu sein scheint, Momente da werden mir die Situationen zu Hause zu viel. Aber in diese Zeit hinein, darf ich wissen, dass Gott da ist und beständig ist und mich hält.

Das lässt sich oft einfacher schreiben oder sagen als leben. Nicht umsonst, fordert Paulus die Gemeinde auf, ihre Sorgen abzugeben. Wir dürfen Sorgen und Flehen zu Gott bringen und erleben wie Frieden die Herzen erfüllt. Kennen Sie das Gefühl, wenn Sie nachts nicht einschlafen können, weil die Gedanken Ihnen den Schlaf rauben. Oder wie sieht es aus, wenn sie am Tag nichts mehr zustande bringen, weil die Gedanken oder Sorgen alles einnehmen. Genau in diesen Momenten, wo es uns so schwerfällt, mit Gott zu reden, dürfen wir uns an ihn wenden. Wir sollten ihm ernstlich unsere Lage schildern. Gott verspricht uns hier Frieden – einen innerlichen Frieden – eine Zuversicht der Hoffnung und der Geborgenheit, etwas was wir nicht mit unserem Verstand erklären können und verstehen. Dieser Friede wird in unsere Herzen und Gedanken kommen. Gott ist ein Gott, der seine Versprechen hält und darauf dürfen wir uns verlassen. Dies bedeutet nicht, dass die Sorgen sich auflösen oder die Situationen sich so verändern, wie wir es wollen, aber wir dürfen spürbar erleben, dass Gott uns trägt und nahe ist und uns hält. Und das ist Freude!

Daniela Knauz