4. Juli 2025 | Monatsimpuls

Gott kommt nicht zu spät 07/25

4. Juli 2025

Es ist der 4. Juli – und vielleicht hast du dich gefragt: „Kommt da noch was? Der Impuls erscheint doch sonst immer am 1.“ Ja, du hast richtig beobachtet – dieses Mal kam er später. Und das war kein Versehen, sondern ein kleines Experiment. Ein Test, wenn man so will: Wer wartet geduldig? Wer wird unruhig? Wer merkt es überhaupt? Und tatsächlich: Es wurde gewartet. Still. Geduldig. Ohne Aufschrei. Aber es ist ja nur der Impuls…

Warten – ein Wort, das in unserer schnelllebigen Welt kaum noch Platz hat. Alles muss sofort geschehen: Antworten auf Nachrichten, Lieferungen am nächsten Tag, Ergebnisse auf Knopfdruck. Doch wer mit Gott unterwegs ist, merkt schnell: Seine Zeitrechnung ist eine andere. Und das Warten gehört untrennbar zum Glauben dazu.

Die Bibel ist voll von Geschichten des Wartens. Abraham wartete Jahrzehnte auf den verheißenen Sohn. Josef wartete im Gefängnis auf seine Befreiung. Mose wartete 40 Jahre in der Wüste, bevor er das Volk Israel führen durfte. Und das Volk Israel selbst wartete Generationen lang auf den Messias. Auch heute noch warten Menschen: auf Heilung, auf eine neue Perspektive, auf Versöhnung, auf einen Partner, auf ein Wunder. Warten ist Teil unseres Glaubensweges – und oft auch Teil unseres Ringens mit Gott.

In Klagelieder 3,25–26 heißt es:

„Der HERR ist gut zu denen, die auf ihn warten und ihn suchen. 26 Deshalb ist es gut, still zu werden und auf die Befreiung durch den HERRN zu warten.“

Diese Worte stammen aus einem Buch, das vom Leid spricht – und doch mitten im Schmerz Hoffnung findet. Sie erinnern uns daran, dass das Warten nicht leer ist. Es ist gefüllt mit Gottes Gegenwart, auch wenn wir sie nicht immer spüren.

Warten ist nicht passiv. Es ist ein aktives Vertrauen. Es bedeutet, sich immer wieder neu auf Gott auszurichten, auch wenn sich äußerlich nichts verändert. Es bedeutet, im Gebet zu bleiben, im Glauben zu wachsen, im Herzen offen zu bleiben für das, was Gott tun will – und wann er es tun will.

Manchmal verändert sich im Warten nicht die Situation, sondern wir selbst. Gott nutzt diese Zeiten, um unser Herz zu formen, unsere Prioritäten zu ordnen, unseren Charakter zu stärken. Vielleicht ist das, worauf wir warten, nicht das, was wir am meisten brauchen – sondern das, was in uns geschieht, während wir warten.

Jesus selbst kannte das Warten. 30 Jahre lebte er ein verborgenes Leben, bevor er seinen Dienst begann. Und auch nach seiner Auferstehung sagte er seinen Jüngern nicht: „Geht sofort los!“, sondern: „Und nun werde ich euch den Heiligen Geist senden, wie mein Vater es versprochen hat. Ihr aber bleibt hier in der Stadt, bis der Heilige Geist kommen und euch mit Kraft aus dem Himmel erfüllen wird.“ (Lukas 24,49)

Wenn du gerade wartest – auf eine Antwort,  eine Veränderung, ein Zeichen – dann sei gewiss: Gott hat dich nicht vergessen. Er ist bei dir im Warten. Und seine Zeit ist vollkommen.

Und vertraue darauf: Gott kommt nie zu spät. Und wenn er handelt, dann zur rechten Zeit – zu seiner Zeit.

Daniela Knauz, Referentin Ältere Generationen