Das sagt, der da hält die sieben Sterne in seiner Rechten: „Ich weiß, wo du wohnst…“ So spricht Jesus im 2. Kapitel der Offenbarung. Sterne spielen schon in der Weihnachtsgeschichte eine Rolle. Sie führen die Weisen aus dem Morgenland nach Bethlehem. Sie wussten durch die Sternbilder, wo sie selber standen und sie wussten, in welche Richtung sie zu gehen haben. Sterne sind seit Menschengedenken Orientierungspunkte. Fast alle unsere Vorfahren konnten sich mit Hilfe der Sterne orientieren.
So sieht Jesus uns und seine Gemeinde, ein „Himmelslicht“ für die Welt, da wo jede wohnt. „Das sagt, der da hält die sieben Sterne in seiner Rechten: Ich weiß, wo du wohnst…“ Wir sind gerade als älter gewordene Nachfolger Jesu an dem Ort, an dem wir wohnen, ein Orientierungspunkt für Gottes Existenz, für seine Liebe und für das Kommen von Jesus als HERR aller Herren. Für mich gibt es darum auch das Sternbild der Senioren. Sie sehen es oben im Bild so, wie ich es hier in meiner Stadt erkennen kann. Es sind die Namen all derer, die zu unserem Seniorentreff gehören, jeder an seinem Wohnort. Nun wohnt jeder – damals zur Zeit der Offenbarung, nicht anders wie wir heute – an einem anderen Ort, steckt in einer anderen Situation und steht vor ganz eigenen Herausforderung, das ist in unserer Gruppe so und das ist in Ihrer Gruppe so.
Manche Gemeinden in den 7 Sendschreiben durchleben großen Druck und Widerstände von sichtbaren und unsichtbaren Mächten. Sie leuchten in ihrer schwierigen Situation hell für ihren HERRN. Andere Gemeinden stehen damals in der Versuchung ihr Denken und Handeln von der Welt um sich herum bestimmen zu lassen. Sie nehmen teilnahmslos alles hin, was ihnen gesagt wird. Sie lassen sich von denselben Ängsten und Sorgen bestimmen und leuchten kaum noch wahrnehmbar. Sie dienen nur noch wenig als Orientierung auf den Himmel. Jeder Gemeinde in jeder Situation hat Jesus etwas zu sagen, mir und Dir auch. Die einen tröstet und stärkt er, die anderen korrigiert er und ruft sie zur Umkehr. „Ich weiß, wo du wohnst“. Ich kenne deine spezielle Situation, ich kenne das, was dich bedrängt, was Deinen Glauben gefährdet oder was dich ängstet.
Nicht jeder weiß, wo wir wohnen, genauso wenig erzählen wir gleich, was uns im Innersten bewegt und beschäftigt. Viele erschrecken vor ihren eigenen Ängsten, die sie in diesen Zeiten erkennbar haben. Das einander zu sagen, braucht Vertrauen, Mut und ein Herz voller Liebe, das zuhört. Jesus betont, „ich weiß, wo du wohnst“. Es geht ihm nicht allein um unsere äußere Anschrift, sondern noch viel mehr um die innere Adresse. Was lässt uns lachen und richtet uns auf? Was lässt uns weinen und drückt uns nieder? Ich empfinde es als ungemein tröstlich, dass jemand genau weiß, wo ich wohne. Wir werden immer nur bedingt die Situation eines anderen verstehen – ER versteht Dich wirklich. Wir können einander die meisten Sorgen nicht abnehmen, aber ER lädt ein: alle Eure Sorge werft auf mich. ER weiß, wo Du wohnst und ruft Dir an Deinem Wohnort und in deiner Lage die Worte der neuen Jahreslosung 2022 zu: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen. Mit diesen Worten grüße ich Dich und wünsche Dir ein gesegnetes neues Jahr mit dem klaren Blick auf SEINE offenen Arme und der beruhigenden Gewissheit, ER weiß, wo Du wohnst und Du wirst dort, wo du wohnst, wie ein Stern als Orientierungspunkt anderen HEIMleuchten.
Friedrich Zahn, Pastor i.R. Nürnberg (Mitglied im Arbeitskreis Ältere Generationen)