Nach vielen nasskalten Apriltagen scheint heute warm und hell die Sonne. Ich merke wie gut mir dieser Frühlingstag tut. Das frische Grün, die bunten Farben der Blumen und das fröhliche Gezwitscher der Vögel erfreuen mich. Ganz tief aus meinem Herzen steigt Jubel und Dankbarkeit auf, über unseren großen Gott, der unsere Welt so wunderschön geschaffen hat und sie immer noch in seinen Händen hält.
Als ich meine Nachbarin zum „mitfreuen“ über den herrlichen Sonnenschein animieren will, reagierte sie etwas genervt : „Ich sehe überall nur Staub und Schmutz in der Wohnung. Entweder ich fange jetzt an zu putzen, oder ich muss die Rollläden runterlassen.“
Ja, auch diese Wirkung hat Licht. Wir sehen Schmutz und Flecken deutlicher. Auch im geistlichen Leben. Wird es von Gottes Licht angestrahlt, kommen nicht selten auch unreine und schadhafte Stellen zum Vorschein. Zum Glück müssen wir das nicht selber in Ordnung bringen, das hat Jesus für uns am Kreuz ein für allemal getan.
In 1. Joh. 4,10 lesen wir: „Und das ist die wahre Liebe: Nicht wir haben Gott geliebt, sondern er hat uns zuerst geliebt und hat seinen Sohn gesandt, damit er uns von unserer Schuld befreit.“
Die Grundreinigung ist durch Jesus vollzogen. Aber wie ist es mit dem täglichen Füße waschen? Lasse ich mir vom Heiligen Geist die „Schmutzstellen“ zeigen die der täglichen Reinigung bedürfen? Oder lasse ich nicht manchmal auch lieber die „Rollläden runter,“ anstatt mir liebevoll helfen zu lassen? Wie ich es in Römer 13, Vers 13 lesen kann: „Deshalb wollen wir uns von den Taten trennen, die zur Dunkelheit gehören und uns stattdessen mit den Waffen des Lichts rüsten.“
Wir wissen, dass wir trotz herrlichstem Frühlingswetter, wunderbarster Natur, in keiner „heilen“ Welt leben. Kriege, Korruption und Unrecht werden uns täglich präsentiert und über die Nachrichten frei Haus geliefert. Zusätzlich; zu unseren eigenen Sorgen und Krisen. Das mag eine schwere Krankheitsdiagnose, ein finanzieller Engpass oder ein unter die Haut gehender Konflikt sein. Wenn so ein Sturm über unser Leben herein bricht, kann der Jubel über den Sonnenschein schon mal im Hals stecken bleiben.
Aber dann lese ich in 2. Tim.1, Vers 7: „Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit .“
Und in Römer 12, Vers 12, : „Seid fröhlich in der Hoffnung darauf, dass Gott seine Zusagen erfüllt. Bleibt standhaft und fest im Gebet.“
Auch wenn sich das einfacher schreiben als leben lässt, wir dürfen unserem Vater im Himmel vertrauen. Gott ist beständig und unveränderlich treu und nichts und niemand kann mich von seiner Liebe trennen. Darüber kann ich mich freuen, auch wenn sich dunkle Wolken vor die Sonne schieben.
„In wieviel Not, hat nicht der gnädige Gott über uns Flügel gebreitet!“
Erika Schulze (Mitglied im Arbeitskreis Ältere Generationen)