1. August 2022 | Monatsimpuls

Lieber Gott, schick dich! – 08/22

1. August 2022

Wer in der Klemme sitzt, überlegt nicht, mit welchen Worten er am besten um Hilfe ruft. Wer es eilig hat, redet nicht viele Worte. Wer von Schulden belastet wird, dem drückt es die Bitte um Hilfe von allein aus dem Mund. „Lieber Gott, schick dich!“ so betet König David in Psalm 70.

Die theologischen Besserwisser werden natürlich fragen, ja darf man denn Gott eilige Hilfe vorschreiben? Kann man den Gott, der alle Zeit der Welt geschaffen hat, so anreden? Gottes eigenes Wort sagt, ja, das geht! Für wen Gott kein Beamter ist, der auf ein Gebet erst mal den Eingangsstempel setzt und sie dann in der Reihenfolge des Eingangs bearbeitet, der betet so – schick dich.

Wer weiß, für Gott bin ich nicht ein Fall unter vielen, sondern Kind des himmlischen Vaters, traut sich so zu reden. David fügt damals seinem Gebet gleich noch hinzu, warum Gott sich schicken soll: Du bist doch mein Helfer und mein Befreier. Du bist für mich zuständig. Ich stecke jetzt in einer Situationen, da ist eilige Hilfe nötig. Jesus ermutigt seine Jünger mutig und glaubensvollen zu beten, indem er sagt: Euer Vater im Himmel weiß, was ihr braucht, ehe ihr ihn bittet. Wenn ihr bedenkt, dass Gott euch schon zugewendet ist, noch bevor ihr euch ihm zuwendet, dann muss doch keiner an Worten herumfeilen, wie sein Anliegen oben gut ankommt.

Das Ohr des himmlischen Vaters nimmt wahr, mit welcher Herzenshaltung wir zu ihm kommen. Wer Extremsituationen erlebt – und da mangelt es in derzeit mit zunehmendem Kriegslärm nicht, – der betet ohne langes Überlegen, „lieber Gott, schick dich“. Erst vor ein paar Tagen habe ich in einer bestimmten Situation, in der es um wichtige Minuten ginge so gebetet: „Herr, du musst jetzt helfen, schick dich, mir rennt die Zeit davon“. Manch hochtrabendes und „ordnungsgemäßes“ Gebet läuft viel eher Gefahr im Himmel nicht ernst genommen zu werden. Interessant, dass die letzten Worte der Bibel auch ein drängender Gebetsruf sind: Herr Jesus schick Dich: Amen ja, komme bald! Ja komm Herr Jesus!“ (Offenbarung 22,20). Nun aber mutig ins Gebet!

 

Friedrich Zahn (Mitglied im Arbeitskreis Ältere Generationen)