1. März 2021 | Monatsimpuls

Monatsimpuls März 2021

1. März 2021

Gedanke für die Passionszeit

Jesus gab ihnen zur Antwort: „Ich sage euch, wenn diese schweigen, dann werden die Steine schreien.“ (Lukasevangelium, Kapitel 19, Vers 40)

Ich muss gestehen, ich stutzte, als ich diesen Vers las. Aber klar, wir sind mitten in der Passionszeit. Der Vers gehört zu der Geschichte vom „Einzug in Jerusalem“. Schon manchmal ging es mir mit Bibelversen so, dass ich zuerst keinen Zugang dazu hatte. Aber je länger und mehr ich darauf herumkaute, erschloss sich der Text für mich.

So auch mit dem Monatsspruch der Herrnhuterlosung für März!

Lukas nimmt uns mit nach Jerusalem. Ganz wie es seine Art ist, beschreibt er den Ort, an dem die „Menge der Jünger in einen Jubel ausbricht“, akribisch genau. In den Versen 37+38 lesen wir: „Als sich Jesus schon der Stelle näherte, wo der Weg vom Ölberg nach Jerusalem hinunterführt, brach die ganze Menge der Jünger in Jubel aus. Sie dankten Gott für die vielen Wunder, die sie miterlebt hatten. Laut sangen sie: „Gepriesen sei der König, der kommt im Namen des Herrn!“

Dieser laute Jubel ist es, der die Pharisäer aufschreckte. Johannes deckt ihre Beweggründe in Kap.12,19 auf: „Da sagten die Pharisäer zueinander: „Ihr seht doch, dass wir so nicht weiterkommen. Alle Welt läuft ihm nach.“ Verärgert wenden sie sich an den „Stein des Anstoßes“, Jesus selbst: „Rabbi, bring deine Jünger doch zur Vernunft! Verwehre ihnen das!“

Aber das tut Jesus keinesfalls! Er bekennt sich zum Lobpreis der Jünger und des Volkes! Er lässt sich zum ersten Mal öffentlich als König anbeten und antwortet den Pharisäern mit dem nicht so leicht verständlichen Satz: „Wenn diese schweigen, werden die Steine schreien!“ Vielleicht haben die Steine im zerstörten Jerusalem schon geschrien, als Lukas sein Evangelium schrieb? Die Jünger und viele der ersten Christen sollten ja zum Schweigen gebracht werden! Doch hat sich die Gute Nachricht zu keiner Zeit den „Mund verbieten“ lassen! Bis heute! Und es wird von Generation zu Generation weiter gehen. Das macht mich froh und bringt mich zum Jubeln. Auch oder gerade, in schwierigen Zeiten soll der Lobpreis und das Erzählen von Gottes großen Taten nicht zurückgehalten werden. Es macht uns dankbar und richtet den Blick auf unseren guten Vater im Himmel, den Allmächtigen Gott!

Vor einiger Zeit waren wir im Gebetskreis zusammengekommen um für notvolle Anliegen zu beten. Wir waren ratlos und niedergeschlagen. Noch während wir Gott unsere Sorgen brachten, kamen uns viele Erinnerungen in den Sinn, wie wir seine wunderbare Hilfe und Treue in der Vergangenheit erlebt hatten. So konnten wir mit großem Dank und Lobpreis unser Gebetstreffen beenden. An der bedrückenden Situation hatte sich noch nichts geändert, aber an unserer Blickrichtung. Weg von den Sorgen, hin auf Jesus! Wir lesen in 2.Korinther 3,12: „Weil wir nun solche Hoffnung haben, sind wir voll großer Zuversicht!“ Hoffnung lässt uns unerschrocken und mutig sein – gegen alle mögliche Angst und Bedrängnis – sie macht offen und freimütig! Sie kann nicht mundtot gemacht werden, weil sich Jesus zu uns stellt!

Er ist der Schöpfer und er hat Schöpferkraft! Ja, selbst tote Steine kann er zum Leben erwecken! Er wacht über sein Wort und seine Verheißungen werden sich erfüllen!

Seine Botschaft wird weltweit weiter gehen, bis ER wiederkommt!

Erika Schulze