Seid in ihm (Jesus) verwurzelt und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid. Und seid dankbar! Kolosser 2,7
Auf die Wurzeln kommt es an!
Wir kennen viele Bilder und Vergleiche, in denen Wurzeln eine Rolle spielen. Wurzeln geben Bäumen und Pflanzen Halt und Festigkeit. Über die Wurzeln bekommen sie ihre Nahrung, die für das Wachstum wichtig sind.
Ich bin gerne in der Natur unterwegs. Vieles, was ich dort sehe und beobachte, ist mir zu einem Bild für mein Leben als Christ geworden. Nicht vergessen werde ich, was ich als Kind beobachten konnte. Direkt hinter meinem Elternhaus war ein steiler Schieferabhang. Jeden Winter brach, durch längeren Frost ein Teil des Schiefergesteins ab. Von unten ergab sich dann oft ein bemerkenswertes Bild. Ein Teil der Wurzeln von den Bäumen an dem Hang lag frei. Die Bäume fielen trotzdem nicht in die Tiefe. Es lag daran, dass der größere Teil ihrer Wurzeln ihnen noch so viel Halt gab, dass sie stehen blieben. Sie konnten auch noch so viel Nahrung aus dem Boden ziehen, dass sie im Sommer nicht vertrockneten. Dies ist mir zu einem Bild für unser Leben geworden.
Wenn wir fest verwurzelt sind, dann finden wir auch in dürren und schweren Zeiten noch Halt. Schon Paulus, der Schreiber des Kolosserbriefes, hat das gewusst. Darum fordert er seine Leser auf, bei Jesus und seinem Wort Rat und Hilfe zu suchen. Um in Krisenzeiten nicht haltlos und orientierungslos zu werden, ist es wichtig Jesus zu vertrauen, sich ihm anzuvertrauen und mit seiner Hilfe zu rechnen. Er gibt Halt und Trost. Manchmal zeigt er Auswege, die wir aus eigener Kraft nicht sehen und gehen können. Aus manchen Gesprächen in den zurückliegenden Wochen höre ich manche Unsicherheiten, Ängste und Befürchtungen heraus. Viele sind niedergeschlagen, weil sie die verordnete Einsamkeit kaum noch ertragen können. Andere sagen, dass sie kaum noch Nachrichten hören oder sehen wollen, weil sie die Flut der Negativmeldungen immer weiter runterzieht. Ich kann das gut verstehen.
Gefreut habe ich mich über ein Gespräch mit einer guten Bekannten. Hinter ihr liegen schwere Zeiten. Vor nicht allzu langer Zeit haben wir ihren Mann zu Grabe getragen. Danach folgten bei ihr eine Reihe von Untersuchungen, OPs, und schwere Therapien. Zwischendurch immer wieder die bange Frage: Was erwartet mich jetzt noch alles. Sie erzählte mir: „Als ich an einem Vormittag mal wieder so richtig unten und niedergeschlagen war, habe ich mich hingesetzt und in meiner Bibel gelesen, einen Psalm nach dem andern. Zwei Stunden habe ich das getan. Und danach habe ich gebetet und Gott gedankt, dass ich alle meine Sorgen, Ängste und trüben Gedanken auf ihn werfen kann. Weiter habe ich dafür gedankt, dass er mich kennt und liebt, auch wenn ich das jetzt gar nicht so richtig fühle. Je länger ich gelesen und gebetet habe, desto mehr wichen die dunklen Gedanken und in mir kam tiefer Friede und Freude auf. Ich habe ganz neu erlebt, dass ich in Jesu Hand geborgen bin und er mich hält und nicht fallen lässt, egal, was noch auf mich zukommt.“
Das zu hören hat mich gefreut. Es hat mich ermutigt ganz nah bei Jesus zu sein und zu bleiben. Auf die Wurzeln kommt es an. Wenn wir in Jesus und seinem Wort verwurzelt sind, dann sind wir für alle Zeiten geborgen.
Ruth Eibach