1. Mai 2021 | Monatsimpuls

Monatsimpuls Mai 2021

1. Mai 2021

Seid in ihm (Jesus) verwurzelt und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid. Und seid dankbar!   Kolosser  2,7

 

Auf die Wurzeln kommt es an!

Wir kennen viele Bilder und Vergleiche, in denen Wurzeln eine Rolle spielen. Wurzeln geben Bäumen und Pflanzen Halt und Festigkeit. Über die Wurzeln bekom­men  sie ihre Nahrung, die für das Wachstum wichtig sind.

Ich bin gerne in der Natur unterwegs. Vieles, was ich dort sehe und beobachte, ist mir zu ei­nem Bild für mein Leben als Christ geworden. Nicht vergessen werde ich, was ich als Kind beobachten konnte. Direkt hinter meinem Elternhaus war ein stei­ler Schieferab­hang. Jeden Winter brach, durch längeren Frost ein Teil des Schiefer­gesteins ab. Von unten er­gab sich dann oft ein bemerkenswertes Bild. Ein Teil der Wurzeln von den Bäumen an dem Hang lag frei. Die Bäume fielen trotzdem nicht in die Tiefe. Es lag daran, dass der größere Teil ihrer Wurzeln ihnen noch so viel Halt gab, dass sie stehen blieben. Sie konnten auch noch so viel Nah­rung aus dem Boden ziehen, dass sie im Sommer nicht ver­trock­neten. Dies ist mir zu einem Bild für unser Leben geworden.

Wenn wir fest verwurzelt sind, dann finden wir auch in dürren und schweren Zeiten noch Halt. Schon Paulus, der Schreiber des Kolosserbriefes, hat das gewusst. Darum fordert er seine Leser auf,  bei Jesus und seinem Wort Rat und Hilfe zu suchen. Um in Krisenzeiten nicht haltlos und orientierungslos zu werden, ist es wichtig Jesus zu vertrauen, sich ihm anzuver­trauen und mit seiner Hilfe zu rechnen. Er gibt Halt und Trost. Manchmal zeigt er Auswege, die wir aus eigener Kraft nicht sehen und gehen können. Aus manchen Gesprächen in den zu­rück­lie­gen­den Wochen höre ich manche Unsicherheiten, Ängste und Befür­cht­un­gen her­aus. Viele sind niedergeschlagen, weil sie die verordnete Einsam­keit kaum noch er­tragen kön­nen. Andere sagen, dass sie kaum noch Nachrichten hören oder sehen wollen, weil sie die Flut der Negativmeldungen immer weiter runterzieht. Ich kann das gut ver­stehen.

Gefreut habe ich mich über ein Gespräch mit einer guten Bekannten. Hinter ihr liegen schwe­­­re Zeiten. Vor nicht allzu langer Zeit haben wir ihren Mann zu Grabe getra­gen. Danach folgten bei ihr eine Reihe von Untersuchungen, OPs, und schwere Therapien. Zwischendurch immer wieder die bange Frage: Was erwartet mich jetzt noch alles. Sie er­zählte mir: „Als ich an einem Vormittag mal wieder so richtig unten und niederge­schla­gen war, habe ich mich hingesetzt und  in meiner Bibel gelesen, einen Psalm nach dem an­dern. Zwei Stun­den habe ich das getan. Und danach habe ich gebetet und Gott gedankt, dass ich alle meine Sor­gen, Ängste und trüben Gedanken auf ihn werfen kann. Weiter habe ich dafür gedankt, dass er mich kennt und liebt, auch wenn ich das jetzt gar nicht so richtig fühle. Je länger ich gelesen und gebetet habe, des­to mehr wichen die dunklen Gedanken und in mir kam tiefer Friede und Freude auf.  Ich habe ganz neu erlebt, dass ich in Jesu Hand geborgen bin und er mich hält und nicht fallen lässt, egal, was noch auf mich zu­kommt.“

Das zu hören hat mich gefreut. Es hat mich ermutigt ganz nah bei Jesus zu sein und zu bleiben.  Auf die Wurzeln kommt es an. Wenn wir in Jesus und seinem Wort verwurzelt sind, dann sind wir für alle Zeiten geborgen.

Ruth Eibach