Wo holen wir uns Mut und Kraft für den Alltag her?
In den letzten Monaten haben wir oft unter Einschränkungen und Angst gelitten. Wie geht es weiter und wird unsere Kraft den Anforderungen standhalten? Wie gehen wir mit solchen Situationen um?
Ich fand ein Wort in 1. Samuel 30,6 – da heißt es: „David aber stärkte sich in dem Herrn, seinem Gott.“
Hier haben wir es mit der Beschreibung und Lösung von Davids Sorgen zu tun. Ich meine wir können von ihm lernen. David hat in seinem Leben viel erlebt. Er hat sich von Gott berufen gewusst. Dennoch immer wieder Höhen, aber auch große Tiefen erfahren. Genau wie du und ich. Wie gehen wir mit solchen Erlebnissen um? Können wir wie David sagen: Ich aber stärke mich in dem Herrn, meinen Gott.
Ist die Situation des Davids nicht so schlimm wie meine? Was sagt uns die Bibel in 1. Samuel 30: David hatte Kraft und Mut nötig. Er wollte mit seinen Männern in den Kampf ziehen, hatte aber keine Erlaubnis von seinem Gott, tat es dennoch und musste umkehren, in seine Heimat Israel. Als er mit seinen Männern nach Ziklag zurückkam, war die Stadt inzwischen von den Amalekitern niedergebrannt und Frauen und Kinder waren entführt.
Große Trauer überfiel David und seine Leute. Sie brachen in Tränen aus und weinten bis sie nicht mehr konnten. Davids Familie war ja auch betroffen. Dann richtete sich plötzlich die Wut der Menschen gegen David. Die Männer machten ihn als Leiter für das Unglück verantwortlich und wollten ihn töten. Ganz allein, mit dem Rücken zur Wand stand David nun da.
Eine ausweglose Lage, und da heißt es: „David stärkte sich in dem Herrn seinem Gott.“
Wie tat er das? Er redete mit Gott im Gebet, und Gott antwortete ihm auf seine Weise. ER half David den Amalekitern zu folgen und die Familien zu befreien.
Die Geschichte sollte uns berühren. In extremer Not, als sich seine Freunde und alle Welt gegen ihn wandten, suchte David Zuflucht bei seinem Gott. In der Situation in der man in der Gefahr steht zu resignieren und das Handtuch zu werfen, hält David sich im Vertrauen fest an seinen Gott. Er empfängt neuen Mut und neue Kraft.
Wir wissen nicht genau wie das Gespräch mit Gott zustande kam. Die Bibel sagt, dass David mit dem Priester sprach und dann in der Gegenwart Gottes betete. Dadurch gab es in seinem Leben eine Wende. Einen anderen Blickwinkel. David sah weg von den bedrängenden Umständen – und sah auf die Kraft und die Möglichkeiten Gottes. Im Vertrauen auf Gottes Hilfe bekam er neuen Mut.
In solch einer Lage, wie David, war ich noch nicht, aber bedrückende Situationen kenne ich auch. Mein Blick ist oft gefesselt von den Umständen. Es kommen Zweifel auf, ob der himmlische Vater wirklich alles unter Kontrolle hat, ob er mich in meiner Lage überhaupt sieht und ob ich mit seiner Hilfe rechnen kann? Trotz meiner Schuld in die ich immer wieder falle, hört er mich und schenkt Lösungen, im Gebet für mein Leben.
Wenn ich dann meinen Blick neu auf seine Liebe richte, die er ja in allem, was Jesus für mich getan, bewiesen hat, erlebe ich eine Wende von – Verzweiflung zur Zuversicht. Wenn Jesus sein Leben für mich eingesetzt hat, sollte er mich jetzt im Stich lassen? Nein!
Die Wende geschieht bei mir, wie auch bei David, bevor sich die Situation verändert. Die Bedrängnis ist noch nicht vorbei, aber ich kann mit ihr im Vertrauen auf meinen Gott anders umgehen.
Es ist zunächst ein Wagnis, ein Sprung ins kalte Wasser – aber ohne dieses Vertrauen erfahre ich nicht, wie sich Vertrauen bewährt.
David hat vor diesem Ereignis Gottes Hilfe in vielfältiger Form erfahren. Die Erinnerung daran hat sein Vertrauen geprägt.
Geht uns das auch so? So möchte auch ich – nicht vergessen, was er mir schon alles Gutes getan hat. ( Psalm 103,2 )
Klaus Weniger