1. September 2021 | Monatsimpuls

Lernen vom Barmherzigen Samariter 09/2021

1. September 2021

An diesem Tag prasselten die schlechten Nachrichten auf mich herein wie der Regen in diesem Regensommer. So viel Not, so viel Kummer lieber Menschen! „Wenn jetzt noch eine traurige Nachricht kommt, ertrage ich es nicht mehr!“dachte ich. Sicher kennen alle ähnliche Situationen. Die persönlichen Hiobsbotschaften waren ja außerdem nicht das einzig Niederdrückende, die Pandemie, Nachrichten aus dem In-und Ausland, Feuer, Überschwemmungen und die Lage in Afghanistan kamen noch dazu. Ich fühlte mich ohnmächtig zu helfen, zu trösten, den Schmerz zu lindern. Selbst mein Versprechen zu beten, wirkte kraftlos.

In dieser Situation kam mir das Gleichnis vom „Barmherzigen Samariter“

(Lk. 10,25-36) in den Sinn. Diese Geschichte begleitet mich seit meinen Kindertagen. Besonders liebte und liebe ich die Passage als der barmherzige Samariter mit seinem Esel kommt, den verletzten Menschen verbindet, ihn auf den Esel hieft und ihn ins nächste Gasthaus zur Weiterbehandlung bringt. Mir wurde neu klar: der barmherzige Samariter ist nicht der Esel! Er schleppt den Verwundeten nicht auf seinen eigenen Schultern mit letzter Kraft zum Gasthaus. Er setzt alle Möglichkeiten ein, die er hat um zu helfen, seine begrenzte Zeit, seine Menschenliebe und sein Geld, aber er ist nicht selbst das Lasttier. Er lädt ab auf den Esel.

Oft tragen wir unsere Lasten und die Sorgen um liebe Menschen bis zur Erschöpfung auf den eigenen Schultern. Wir vergessen, dass wir einen Lastenträger haben. Jesus Christus ist unser Lastenträger. Er lädt uns immer wieder ein unsere Sorgen auf ihn zu werfen (Mth.11,28).

Aber sollen wir nicht als Christen einander die Lasten tragen?? Doch das stimmt, aber wir können es nicht aus eigener Kraft schaffen. Auch Petrus ermutigt uns: „Alle euer Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch.“ 1.Petr.5,7. Was wir an Sorgen und Nöten haben ist zu viel für uns. Unsere größte Lebenslast, unsere Schuld und Gottesferne, hat er am Kreuz getragen. Sollte er dann nicht auch mit unseren Sorgen und den Nöten unserer Lieben fertig werden? Neulich bekam ich folgendes unbekanntes Zitat zugesendet: „Unser Verstand gleicht einer Wippe. Wenn unser Vertrauen auf der einen Seite nach oben geht, gehen auf der anderen Seite Angst und Sorge nach unten! Ist das nicht wunderbar?“

„Ja, wenn mein Vertrauen doch so groß wäre oder mein Glaube.“sagt mancher. Jesus sagt: „Er muss gar nicht groß sein! So groß wie ein winziges Senfkorn reicht!“ Es kommt darauf an, dass wir einen starken Gott haben, einen lebendigen Gott, der sich, wie der barmherzige Samariter, um die Verletzten und Verwundeten kümmert.

Wenn ich als kleines Mädchen sehr traurig war und die Geschichte vom barmherzigen Samariter gelesen habe, erfüllte ein großer Trost mein Herz.

Ich wusste, Jesus, mein barmherziger Samariter wird kommen, mich retten und mich trösten. Das ist eine Erfahrung, die ich seitdem, immer wieder, bis jetzt ins Seniorenalter machen darf und nicht nur ich, denn schon im AT sagt der Beter in Ps.94,19:

„Wenn mir das Herz schwer war von tausend Sorgen, hat mich dein Trost wieder froh gemacht!“

Das wünsche ich uns allen!

Dorothea Terfloth (Mitglied im Arbeitskreis Ältere Generationen)