Viele Gemeinden haben sich sicher das Thema Barmherzigkeit für dieses Jahr auf die Fahne geschrieben. Das ist wirklich wichtig, und dazu fällt uns ja auch gleich das Gleichnis vom barmherzigen Samariter ein. So wie der Samariter möchte ich auch meinem Nächsten begegnen.
Aber wie schwer ist das?
Da sehe ich den Bettler in der Stadt – da ist der aus seiner Heimat geflüchtete Mitbürger – da sind kranke und alte Menschen, denen ich helfen möchte – da sind einsame und arme Menschen, die auf Hilfe hoffen – aber auch solche, die auf ein gutes, aufrichtendes Wort der Barmherzigkeit warten. Die Liste ist ja damit noch nicht am Ende.
Was kann ich mit der Jahreslosung anfangen?
Ich schaue mir gern Sportsendungen an. Dann bin ich auf dem Sofa „Bundestrainer“ und weiß, wie man erfolgreicher sein könnte. Aber da fiel mir bei einigen Interviews auf, wie danach einige Sportler mit sich selbst ins Gericht gingen und erkannt haben, was falsch gelaufen ist. Sie machten sich Vorwürfe, dass sie sich nicht optimal eingesetzt haben. – Das ist ja oft ein guter Schritt, es beim nächsten Mal besser zu machen.
Dazu fiel mir aber noch ein anderer Satz aus einer Predigt ein, den ich gehört hatte: „Wir müssen vor allem mit uns selbst barmherzig sein!“ WOW – mit mir barmherzig sein? In Bezug auf meinen Sportler heißt das doch, dass ich Mensch bin und Fehler nicht ausbleiben. Welch eine Beruhigung, wieder neu anfangen zu dürfen, auch in der Barmherzigkeit mit mir und meinem Nächsten!
Im zweiten Satzteil der Jahreslosung heißt es: … wie euer Vater im Himmel barmherzig ist. Wie sehr ist er mir gegenüber doch jeden Tag barmherzig!
Wieviel hat es ihn gekostet, meine Fehler zu vergeben? Er hat aus Liebe zu mir seine Barmherzigkeit gezeigt in Jesus Christus, seinem Sohn, der für mich am Kreuz auf Golgatha für meine Fehler starb. Nun darf ich sein Kind und Nachfolger sein, auch wenn er sagt: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“
Klaus Weniger