Beseelt, aber auch ziemlich irritiert kam meine Freundin von einer wunderschönen Busreise nach Südfrankreich zurück. Sie berichtete, dass einige Mitreisende zusammensaßen und sich unterhielten. Als sie zufällig dazu kam erklärten sie ihr : „Wir pesten!“. Meiner Freundin war dieses Verb fremd und sie erkundigte sich, was das wohl bedeuten würde. „Wir schreiben alles auf, was an dieser Reise schlecht ist und nicht klappt. Dann beschweren wir uns beim Veranstalter und bekommen so ein Teil des Reisepreises zurück!“ Wir pesten, wir suchen das Negative, wir kritisieren, strahlen Unzufriedenheit aus, wir stecken andere mit unserer unzufriedenen Haltung an. Ja, wir machen eine Methode daraus, in der Hoffnung dass das Negative im Leben etwas Positives bewirkt, Geld zurück oder es ist vielleicht nur ein Ventil schlechter Stimmung.
Ich denke, dass man so weder eine Reise noch das Leben an sich genießen kann.
In diesem Zusammenhang musste ich an Paulus denken und an einige Verse aus dem 2. Korintherbrief, Kapitel 2, 14-15. Diese lauten: „ Von ganzem Herzen danke ich Gott dafür, dass er uns immer im Triumphzug von Christus mitführt. Wohin wir auch kommen, verbreitet sich die Erkenntnis Gottes, wie ein angenehmer Duft, dem sich niemand entziehen kann. Ob die Menschen nun die Botschaft annehmen und gerettet werden oder sie ablehnen und verloren gehen: Durch Christus sind wir ein Wohlgeruch für Gott.“ Paulus benutzt hier ein militärisches Bild, dass uns eigentlich fremd ist.
Kam ein früherer Herrscher von einer kriegerischen Feldzug zurück, zeigte er in einem Triumphzug seiner Bevölkerung, was er alles an Menschen und Sachen erbeutet hatte. Paulus deutet es um und münzt es auf Jesus. Der Triumphzug Jesu begann an Ostern, als Jesus am Kreuz durch seinen Tod und die Auferstehung der Sieger über „Hölle, Tod und Teufel“ wurde, wie es in einem Kinderlied formuliert wurde. Es ist ein Triumphzug der Befreiung von Dunkelheit, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Es ist ein Triumphzug der Hoffnung, derLiebe und der Gegenwart Gottes im Leben derer, die Jesus aus der Sklaverei des Bösen befreit hat. Ja und dann kommt der eigentlich seltsame Vergleich von Paulus, dass von ihm und von allen in deren Herzen und Leben Jesus wohnt, ein angenehmer Duft ausgeht. „Durch Christus sind wir ein Wohlgeruch für Gott“. Duften statt pesten. Liebe verbreiten, Annahme ausstrahlen, das Böse in uns mit Gottes Kraft überwinden, dunkle Gedanken zu Jesus bringen, Vergebung erfahren und gewähren. Wir dürfen den Menschen, die der Pesthauch des Todes umweht einen anderen Duft bringen, den Duft von Jesus und Hoffnung in einer hoffnungslosen und krisengeschüttelten Zeit!
Duften statt pesten! Lasst uns daran denken, wem wir folgen und hinterhergehen. Jesus Christus, der uns durch den Heiligen Geist mit dem angenehmen Duft der Liebe Gottes erfüllt. Lasst uns nicht die Haltung des Pestens leben. Da wird man schnell im Alltag hinein gezogen, indem man ständig klagt, nörgelt und die Unzufriedenheit teilt und schürt. Diese Haltung ist ansteckend und kann das ganze Umfeld beeinflussen.
Wenn ich eine Jeans mit heller Wäsche wasche, wird die ganze Maschine dunkel statt hell. Meine negative Haltung kann die Stimmung in meiner Familie und meinem Umfeld beeinflussen.
Wie kann der „angenehme Wohlgeruch“ von Jesus aussehen?
Habe ich liebevolle Worte für meine Mitmenschen ? Bin ich dankbar und voller Hoffnung. Bekenne ich mich zur Hoffnung, die Jesus uns gibt? Widerspreche ich, wenn Menschen mich in negative Haltungen mit hinein nehmen wollen. Kann ich berechtigte Kritik liebevoll und freundlich formulieren? Bin ich ständig beleidigt oder zur Versöhnung bereit.Ein Beispiel gab mir meine Freundin:
„ Wenn mich ein Mensch ärgert und verletzt, überlege ich zuerst, welche guten Eigenschaften dieser Mensch hat, dann fällt es mir leichter ihm zu vergeben.“
Jesus möchte uns dazu gebrauchen, dass in den Pesthauch des Todes in dieser Welt der Duft Jesu hineinstrahlt.
Übrigens, Paulus sagt in 2.Korinther 2, Vers 16 weiter, dass es sein kann, dass Menschen auf den Duft Jesu allergisch reagieren und ihn und uns ablehnen können. „Für die einen ist es ein Verwesungsgeruch, der ihnen den Tod bringt; für die anderen aber ein angenehmer Duft , der ihnen neues Leben gibt!“
Es liegt nicht in unserer Hand, wie Menschen letztendlich auf die gute Nachricht reagieren. Aber es liegt an uns, in welchem Triumphzug wir mitlaufen. Verbreiten wir den Pesthauch des Todes oder Duft der Hoffnung Jesu Christi!
Ich wünsche uns, dass wir in die österlichen Zeit auf den auferstanden und lebendigen Gott schauen und ihn bitten, dass er uns immer wieder mit dem Duft Christi erfüllt, für uns und für unsere Mitmenschen. „Duften statt pesten“ soll unsere Devise sein.
„Ich wünsche euch nun von Herzen, dass Gott selbst euch hilft das Gute zu tun und seinen Willen zu erfüllen. Er ist es ja, der uns seinen Frieden schenkt. Er hat unseren Herrn Jesus Christus von den Toten auferweckt…..Jesus Christus wird euch die Kraft geben, das zu tun was Gott gefällt. Ihn wollen wir bis in alle Ewigkeit loben und ehren.“ Hebräer, Kapitel 13, Verse 20 & 21.
Mit österlichen Grüßen
Dorothea Terfloth (Mitglied im Arbeitskreis Ältere Generationen)