Erinnern Sie sich noch an diese alte Werbung in den 60ger Jahren für den VW? Sie endete mit „und läuft und läuft und läuft“. Jeder sollte sehen, das ist Qualität. Dieses Auto bleibt nicht an der nächsten Steigung stehen, das ist was fürs ganze Leben.
Wie sieht unser Lebenslauf aus, wenn er unsere Beziehung zu Gott, unser Gespräch mit ihm und unser Verhältnis zu seiner Gemeinde oder Kirche beschreibt? Läuft da noch was ab der Rente oder dem Ruhestand? Ich denke an ein älteres Ehepaar, das ich als neuer Pastor in der Gemeinde kennenlernen wollte. Ich interessierte mich für ihren geistlichen Lauf. Doch ich fand nur Stillstand, den man Jahrzehnte zurückverfolgen konnte. Da lief nichts mehr und läuft nichts mehr. Da war kein Hunger nach Gemeinschaft, kein Interesse an Gottes Wort, es gab keine Glaubenserfahrungen.
Paulus sagt: Jesus Christus, meinen Herrn, zu kennen ist etwas so unüberbietbar Großes, dass ich, wenn ich mich auf irgendetwas anderes verlassen würde, nur verlieren könnte. Ich setze alles daran, ans Ziel zu kommen und von diesen Dingen Besitz zu ergreifen, nachdem Jesus Christus von mir Besitz ergriffen hat. Ich laufe mit ganzer Kraft dem Ziel entgegen, um den Siegespreis zu bekommen – den Preis, der in der Teilhabe an der himmlischen Welt besteht, zu der uns Gott durch Jesus Christus berufen hat. Sagen wir uns als Ältere das nicht oft genug selbst: ich will in Bewegung bleiben. Paulus jedenfalls bleibt auch nach vielen Steigungen und mühevollen Wegen in Bewegung, er läuft und läuft.
Für ein großes Ziel nehmen Menschen unfassbar viel auf sich. 1886 wurde in Kanada Gold entdeckt. Daraufhin reisten ein Jahr später im Juli über 100.000 Leute mit großen Träumen von Seattle nach Skagway, um reich zu werden. Das sind 1000 km auf abenteuerlichen Wegen mit vielen Widerständen. Die kanadischen Behörden fordern zudem, dass jede Person alles mitbringt, was sie für ein Jahr braucht. Das heißt jeder muss am Ende fast eine Tonne Ausrüstung bewegen, die er nur dann alleine über einen letzten Pass bringen konnte, wenn er die 80 km lange Bergstrecke 30 mal hin und hergeht. So werden aus den 2100 km rund 4000 km. Niemand hat diese Menschen zu solcher Anstrengung gezwungen. Ein großes Ziel hat sie gezogen.
Wer satt ist und reich, der schüttelt den Kopf über diese Mühen. Wer dagegen ein großes Ziel vor Augen hat, der läuft und läuft und läuft. Wem die Augen aufgegangen sind für das, was Jesus für ihn tut und ihm schenkt, der kann Altes loslassen, der will wachsen, weiterkommen, der will den Siegespreis: Jesus Christus, meinen Herrn, zu kennen ist etwas so unüberbietbar Großes, dass ich, wenn ich mich auf irgendetwas anderes verlassen würde, nur verlieren könnte.
Eine Frau in unserem Seniorentreff wird demnächst 100 Jahre. Im Blick auf ihren Glauben merkt jeder „und läuft und läuft und läuft.“
Friedrich Zahn (Mitglied im Arbeitskreis Ältere Generationen)