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1. Juni 2024 | Monatsimpuls

Wem kann ich heute noch vertrauen? 06/24

Das Navi war eine gute Erfindung für viele Autofahrer.  Ich habe längere Zeit gezögert ein Navi anzuschaffen, weil  ich so meine Bedenken hatte. Mitt­lerweile gehört es aber auch zum   festen Inventar meines PKWs. Dankbar bin ich für die vielen guten Dienste, die es mir im Laufe der Jahre getan hat.  Doch ich habe  schon von den unterschiedlichsten Erfahrungen mit dem Navi gehört.

Da war das ältere Ehepaar, beide über 80 Jahre alt. Sie wollten ihren Sohn, der in einer grö­ßeren Stadt im Kranken­haus lag, besuchen. Da aber keiner Zeit hat, sie dorthin zu bringen, hat die Tochter eine Idee: Papa, du kannst doch noch selbst Auto fahren! Ich gebe Dir mein Navi, stelle es ein, und du hörst und tust, was die Dame im Navi dir sagt. Sie fahren los.  Ziel­sicher kommen sie mitten in der Stadt beim Krankenhaus an. Den beiden kommt das alles unheimlich vor. Kurz vor ihrem Ziel fragt die Frau ihren Mann: „Sag mal, wo­her weiß die Frau in dem Navi eigentlich, wo wir gerade sind?“   Dass sie von so einem tech­nischen Gerät mit einer angenehmen Frauenstimme zielsicher ohne Umwege geleitet wer­den, was für sie ein Rätsel?!

Aber es gibt auch andere Erfahrungen. Eine werde ich nicht vergessen: Es war bei einem Hilfstransporte in die Ukraine. Unser Ziel war ein kleines Dorf in den West­karpaten.  In der Vor­bereitung auf diese Fahrt hatte ich mir die zu fahrende Strecke genau ausgearbeitet und mir den Straßenverlauf aufgeschrieben. Die Hinfahrt verlief rei­bungslos. Erstaunlich schnell hatten wir den Grenzübergang in die Uk­raine passiert und waren viel früher als geplant an dem Ort, an dem wir uns verabredet hat­ten. Weil auch das Abladen sehr zü­gig verlief, machten wir uns noch am ­selben Tag wie­der auf den Rückweg in der Hoff­nung, dass auch gegen Abend nicht viel los ist  an dem Grenz­übergang.  Zur Sicherheit nutzte ich auch das Navi und gab als Ziel den Grenzüber­gang ein. Und dann das: Wir näh­ern uns einer Kreuzung. Ich hatte eigentlich in Erinnerung, dass wir dort gerade­aus fah­ren. Doch das Navi zeigt an, dass wir rechts abbiegen sollten.  In dem Vertrauen, dass das Navi noch einen schnelleren Weg weiß und wir so früher ans Ziel kom­men, biege ich rechts ab.  Als wir nach wenigen Km angezeigt bekommen  links abzubiegen, folge ich auch diesem Hin­weis. Jedoch nach kurzer Zeit war ich fassungslos. Wir waren auf einer Straße gelandet, wie ich sie bisher mit einem LKW noch nie gefahren  war.  Schlagloch an Schlagloch, eines tiefer als das ande­re. Weil es vorher geregnet hatte, konnten wir gar nicht sehen, wie tief die Schlag­löcher waren. Die Folge war, dass wir am LKW vorne rechts einen Platt­fuß hat­ten.  Wir mussten auf freier Strecke im Dunkeln das Rad wechseln, was uns zeitlich arg in Bedrängnis brachte. Ab 23.00Uhr war in der Ukra­ine Ausgangs­sperre und für alle Fahr­zeuge Nachtfahr­ver­bot. So konnten wir nach dem Ende des Rad­wech­sels noch ein paar km fahren, um dann am Stra­ßen­rand in ein­em kleinen Dorf im LKW zu über­nachten. Natürlich sind wir, sobald die Aus­gangssperre be­endet war, weiter gefah­ren, um ­möglichst früh den Grenzübergang zu er­rei­chen.  Später habe ich dann erfah­ren: Es ist nicht unüblich, dass die Koordinaten der Navi­gation in Kriegs­ge­­bieten bewusst ver­stellt werden, um Gegnern oder Feinden die Orientie­rung zu er­schwe­ren. Hätte ich doch nur nicht dem Navi vertraut, wäre uns diese Panne mit all ihren Unannehmlichkeiten wahrscheinlich erspart geblieben!

Wem kann ich eigentlich noch vertrauen?  Welchem Rat soll ich folgen?  Mir begegnen im­mer mehr Menschen, egal ob jung oder alt, die bezüglich dieser Fragen völlig verunsichert und ratlos sind.  Der eine Arzt rät nach einer ausführlichen Untersuchung dringend zur OP. Der andere ist der Meinung, dass eine OP nicht nötig ist.  Wem vertraue ich?

Ständig werde ich umworben dies und jenes zu kaufen, angeblich damit es mir besser geht? Was brauche ich für mein Wohlergehen wirklich? Oder anders gefragt: Wer von den unzäh­ligen Anbietern hat wirklich mein Wohl im Auge? Wollen nicht die allermeisten nur an mir verdienen mit ihren oft zweifelhaften Produkten und Angeboten?

Wem kann ich ver­trauen? Diese Frage stellt sich ganz dringend, wenn es um die Grundfragen des Lebens geht. Mir wird je länger, desto mehr bewusst, welches Vorrecht es ist, auf Gott und sein Wort zu vertrauen.  Nein, er gibt uns nicht auf alle unsere Fragen und Sorgen direkt eine Antwort. Er wendet auch nicht jedes Leid oder jede Not von uns ab. Aber er gibt uns die Zusage, dass wir in seiner Hand geborgen sind. Er sichert uns zu, dass er für uns ein Zuhause vorbereitet hat, wenn wir aus dieser Welt Abschied nehmen müssen.  In jeder Lage dürfen wir im Gebet zu ihm kommen und ihm all unsere Sorgen, unsere Not, unsere Zweifel und unsere Ängste bringen. Und oft kann ich nur staunen, wie wunderbar er hilft und für uns sorgt. Ich möchte es lernen ihm immer fester zu vertrauen, weil er mich besser als jedes Navi und alle andern Heilsbringer ans Ziel bringt!

Manfred Eibach (Mitglied im Arbeitskreis Ältere Generationen)