Die Advent- und Weihnachtszeit ist eine Zeit mit tiefer Bedeutung, eine Zeit der Vorfreude und des Wartens. Advent erinnert die Christen an das zweite Kommen Jesu, auf das sie warten. Jedoch ist diese besinnliche Adventszeit oft alles andere als beschaulich. Die Menschen wirken eher gehetzt, gestresst und es ist eine Zeit, in der es viel Streit gibt – um den Tannenbaum, die Beleuchtung, die Geschenke, das Essen und vieles mehr. Die Familie kommt zusammen, aber bei manchen ist diese Begegnung eher Qual als Freude. Kann es sein, dass wir uns zu viel ablenken lassen, vom Drum Herum?
Ich möchte das Augenmerk auf eine Geschichte aus dem Matthäusevangelium lenken. Jesus ist nicht mehr das Kind in der Krippe, sondern ein erwachsener Mann.
Wir lesen im Matthäusevangelium, Kapitel 8, Verse 23 ff: Dann stieg Jesus ins Boot und fuhr mit seinen Jüngern über den See. Plötzlich kam ein schrecklicher Sturm auf und die gewaltigen Wellen schlugen ins Boot. Doch Jesus schlief. Schließlich weckten ihn die Jünger. »Herr, rette uns!«, riefen sie aufgeregt. »Wir sinken!« Doch Jesus antwortete: »Warum habt ihr Angst? Ist euer Glaube denn so klein?« Und er stand auf und drohte dem Wind und den Wellen, und augenblicklich war alles wieder ruhig. Die Jünger saßen voller Ehrfurcht und Bewunderung da und fragten sich: »Wer ist dieser Mann? Sogar Wind und Wellen gehorchen ihm!«
Jesus ist derjenige dem die Stürme und Wassermassen gehorchen. Er ist hilft seinen Jüngern im Boot und möchte, dass sie ihm vertrauen. Sie sollen lernen auf ihn zu schauen. Sie dürfen lernen, wer er ist: Jesus Gottes Sohn.
Aber was hat diese Geschichte mit Advent zu tun?
Nun, eines wird hier deutlich. Jesus ist Herr über die Sturmwinde. Er steht im Mittelpunkt. Und so ist es auch in der Weihnachtsgeschichte. Jesus ist der Mittelpunkt des Geschehens, auch wenn er noch ein Baby ist. Aber auch heute lesen einige die Weihnachtsgeschichte und fragen vielleicht: Wer ist dieser Mann? Das Drumherum lenkt zu sehr ab und das Kind in der Krippe gerät ins Abseits. Der Advent soll uns wieder an die Mitte erinnern, denn die Weihnachtsgeschichte hat ihren Fokus nie verloren.
Maria und Joseph erleben einen unerwarteten Anfang ihrer Ehebeziehung, aber die Begegnung mit dem Engel lässt sie vertrauen und sie erwarten Jesus.
Die Hirten erleben die Engelschöre – aber nicht die Engel werden angebetet, sondern Jesus, der Heiland der Welt.
Die Weisen sehen einen Stern – aber sie beten nicht den Stern an, sondern lassen sich von ihm leiten, zu dem der dies alles geschaffen und der über allem dem steht: Jesus – Gottes Sohn.
Was beten wir heute an? Was steht für uns im Mittelpunkt? Was steht im Mittelpunkt Deiner Adventszeit? Ist es das Kind in der Krippe, der später den Sturm stillt und dem ich vertrauen darf? Wer ist dieser Mann für Dich?
Ich wünsche Dir von Herzen, dass diese Adventszeit eine gesegnete Zeit des Wartens und Staunen wird. Ein Staunen über den Schöpfer der Welt, der als Kind im Stall geboren wurde. Entdecke, dass das Kind in der Krippe, der Mann ist, der den Sturm stillt!
Und wenn der Stress kommt, die Besuche überhandnehmen, der ein oder andere Streit sich anbahnt, dann denk an Jesus – er ist da und ist der Retter der Welt und ihn darf ich anbeten und ihm vertrauen.
In diesem Sinne wünsche ich eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit.
Daniela Knauz (Leiterin des Referates Ältere Generationen im Bund FeG)